camera obscura

 

Der Stadtteil Shoreditch steht am Rande der langsam transformierenden Zone der Innenstadt Londons. Eine große Anzahl von Projektentwicklungen sind in der Planung, mit dem Bau des Principal Place, einem 50 Stockwerke hohen Büroturm, direkt vor der Türschwelle unseres Londoner Büros. Dies wird nicht nur die Architektur des Areals grundlegend ändern, sondern auch die Gentrifizierung in diesem Künstlerviertel vorantreiben.
Unsere Camera Obscura, erbaut 2014 als Teil des Londoner Festival of Architecture (LFA), fängt eben diese Umwandlung ein. Eine Felswand aus Stahl und Glas, welche langsam auf Shoreditch heranschleicht und diesen Teil mehr und mehr verschlingen wird.

Je mehr die Augen des Betrachters sich an die absolute Dunkelheit des Raumes gewöhnen, wird langsam das auf dem Kopf stehende Abbild sichtbar. Die Idee der Camera Obscura wurde zum Teil inspiriert von den Werken des Künstlers Rodney Graham, dessen großformatigen Arbeiten von auf dem Kopf stehenden Bäumen mit dem Konzept der menschlichen Beobachtung des Betrachters spielen. Mit der Umkehrung des Bildes erhält das Motiv eine „Symbolhaftigkeit“ und entspricht damit der natürlichen Sichtweise des menschlichen Auges, die Welt wird von der Retina verkehrtherum wahrgenommen und von unserem Gehirn dann wieder umgekehrt.
Dem Besucher wurde es überlassen selbst mit der eigenen Interpretation und Sichtweise über das Bild zu reflektieren.

Im Zuge der LFA im Juni 2014 aber auch später im selben Jahr, während des Tag der Offenen Tür der Architektur, haben mehr als 500 Besucher unsere Installation besucht. Bis sie Ende 2014 wieder abgebaut wurde, war unsere Camera Obscura nur eine von zwei ihrer Art in ganz London.
Die Camera Obscura wurde ausschließlich vom Finkernagel Ross Team konzipiert, geplant, entworfen, organisiert und gebaut. Eine Herausforderung die unsere Fähigkeit gefördert hat, sich aktiv mit den Prozessen des Bauens auseinanderzusetzen und mit verschiedenen Materialien zu arbeiten.